Femen und die ukrainische Revolution: Femen im Prozess der Selbstfindung?

Maidan in Kiew im Januar 2014. Foto: Ilja Warlamow, zyalt.livejournal.com

Maidan in Kiew im Januar 2014. Foto: Ilja Warlamow, zyalt.livejournal.com

Lange Zeit waren FEMEN diejenigen, die über Missstände, Korruption und Ungerechtigkeit in der Ukraine die Gesellschaft informierten. Doch in der letzten Zeit, als in Kiew Maidan besetzt wurde und es im Endeffekt zu einer Revolution und Absetzung des Präsidenten kam, war es eher ruhig um FEMEN.
Es scheint, als hätte FEMEN sich gefürchtet, in lebensgefährliche Auseinandersetzungen einzumischen. Dabei wäre es ein super Podium für FEMEN sich als Spitze der Proteste zu zeigen. Nun scheint es so, als hätte FEMEN diese Chance nicht genutzt. Dabei war die Möglichkeit zu greifen nah: das FEMEN-Büro ist nur wenige Gehminuten vom Maidan Nesaleschnosti entfernt.
Jetzt treten FEMEN in Europa mit Protesten gegen Russlands Einmischung in die Souverinität der Ukraine auf, dennoch ist es nur eine harmlose Trittbrettfahreraktion. Die wahre Revolution ist an FEMEN vorbeigegangen, während die FEMEN-Chefin nach Bild-Berichten sich in der Schweiz befindet, weil sie in der Ukraine bedroht wurde.
Wie reagiert FEMEN auf die neue Situation in der Ukraine: die neue Regierung, die Spaltung des Landes, den möglichen Krieg gegen Russland? Vielleicht ist es noch nicht zu spät sich selbst zu finden und zu positionieren?

Josephine Witt auf Barrikaden

Josephine Witt von FEMEN Deutschland ist die neue Marianne auf Barrikaden.

FEMEN  Josephine Witt protestiert im Kölner Dom "I am God" | (c) femen.org

FEMEN Josephine Witt protestiert im Kölner Dom “I am God” | (c) femen.org

Josephine Witt protestierte halb nackt während einer Weihnachtsmesse im Kölner Dom gegen Vatikans Propaganda der Kriminalisierung von Abtreibung. Dafür erntete viel Kritik, die Deutschen fordern harte Strafen für diese Aktion. Zur Erinnerung: in Deutschland gab es viel Zustimmung für die Pussy Riots Protest in einer russisch-orthodoxen Kirche, deutsche Bürger als auch Politiker kritisierten Russland hart für die Inhaftierung der Band-Mitglieder.

Weitere Fotos in der FEMEN.org Gallerie

Deutsche fordern härtere Strafen gegen FEMEN

Wir lassen einfach diese Kommentare zur Meldung des Kölner Express über die Aktion von Josephine Witt von FEMEN im Kölner Dom unkommentiert. Lasst es auf euch wirken, aber denkt an folgendes:

1. Josephine Witt wurde für ihren Protest in Tunesien zu 4 Monaten Haftstrafe verurteilt und saß danach ca. einen Monat in einem tunesischen Gefängnis.

2. Pussy Riot wurden von Putins Regime für 2 Jahre in ein Arbeitslager geschickt, nachdem sie in einer Moskauer Kathedrale protestierten.

Liane V.

…dieses respektlose M*******ck! Ist sie denn auch “mutig” genug, ihren Protest genauso in einer Moschee auszudrücken? Und warum hat sie -um auf die Mißstände in Quatar aufmerksam zu machen- bei Lanz (ZDF) und nicht in Doha (Al Jazeera) ihren Auftritt inszeniert?

Markus S.

Sorry.aber es gibt grenzen und das gehört sich nicht. Die Kirche ist ein heiliger Ort wo sich Menschen vereinen um ihren Glauben auszuleben.es ist ein neutraler Ort.dort hört mein Verständnis und der protest welche durch die gute Dame gemacht wird auf.

Melly H.

Jetzt reicht es, diese Schlampen gehören in die Klapse!!!!! Da bekomme ich das kotzen, bin nicht der Gläubigste Mensch aber so eine Aktion hat nix in irgendeiner Kirche was zu suchen. Ich kann die Russen verstehen, warum die einige von Bitchen in den Knast gesteckt haben.

Daniel W.

Kann man diese hirnlosen Krawall-Tussis nicht mal so zusammenknüppeln, dass sie mit Rippenbrüchen ein paar Wochen oder Monate ausfallen? Das ist doch nur noch penetrantes Randalieren mit Titten und in diesem Kontext sowieso einfach nur vollkommen asozial.

Josphine Witt im Kölner Dom. Foto: Femen.org

Femen-Angriff auf den Kölner Dom und Kardinal Meisner

Erneut erntete Femen die öffentliche Aufmerksamkeit durch einen Auftritt in Deutschland. Diesmal rannte die Femen-Aktivistin Josephine Witt bei der Weihnachtsmesse barbusig durch die Menge, sprang auf den Altar und schrie “Ich bin Gott!”

Weiterlesen

FEMEN bei Markus Land - Boykott FIFA-Mafia | Sendung Ausschnitt bei Youtube

Nackter FEMEN Protest bei Markus Lanz

Femen Deutschland hat gestern bei der Markus Lanz Show, am 12.12.2013 zu besten Sendezeiten, gegen FIFA Fußball-WM 2022 in Katar protestiert und zum Boykott der FIFA Mafia aufgerufen.

Markus Lanz reagiert ruhig und gelassen und bittet um Zurückhaltung. Hier ist das Video des Sendungsausschnittes mit den FEMEN Aktivistinnen Hellen Langhorst und Josephine Witt.

Boycott FIFA-Mafia Video bei Markus Lanz

YouTube Preview Image

FEMEN unterstützt EuroMaidan

Lange war von der FEMEN Organisation etwas weniger zu hören. Sie beteiligen sich jedoch an der aktuellen Protestkampagne EuroMaidan der Ukrainer gegen den Stopp des Assoziierungsabkommens zwischen Ukraine und EU.

FEMEN unterstützt EuroMaidan | twitter @EuroMaydan_eng

FEMEN unterstützt EuroMaidan | twitter @EuroMaydan_eng

Quelle: https://twitter.com/EuroMaydan_eng/status/406180247906705409/photo/1/large

Doku über FEMEN: Die Ukraine ist kein Bordell

In Venedig wurde ein Dokumentarfilm unter dem Namen “Die Ukraine ist kein Bordell”. Darin beschreibt und analysiert Kitty Green, die in den letzten Jahren mit FEMEN Gruppe durch Europa gereist hat, dass in FEMEN klare Strukturen und Hierarchien gibt, dass die Mitglieder der Gruppe nach klaren Regeln ausgewählt wurden (meist nach Aussehen) und wer sich nicht ausziehen wollte, dann flog sie raus, dass nur ein “Patriarch” das alleinige Sagen hat – Wiktor Swjazkij. Mehr dazu im Artikel der SZ Online.

Wenn das alles stimmt, dann werden so einige Anhängerinnen sehr enttäuscht sein. Wie bei meisten Bewegungen, die durch Online Aktivitäten und Medien-Ruhm entstanden sind, fehlte bei so manchen das Verständnis und Hintergrundwissen. Für sie war FEMEN etwas ganz besonderes. Aber so gibt es nicht, besonders nicht in der Ukraine.

Aber ich kann an der Stelle eins sagen – die Protestaktionen, Slogans und Forderungen waren doch gar nicht mal verlogen und falsch. Für diese sollte man weiterhin kämpfen. Vielleicht noch seinen eigenen Arsch vom Stuhl hochheben, weniger blauäugig sein und doch das eine oder das andere Mal selbst aktiv werden.

wiktor swjatskij

FEMEN Aktivist schwer verprügelt in Kiew

wiktor swjatskij

Wiktor Swjatskij nach dem Angriff. Foto: Femen.org

Ein schreckliches Foto eines Verbrechens in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ging heute durch die Presse: Einer der Aktivisten von Femen, der Politologe Wiktor Swjatskij wurde heftig verprügelt in der Nähe des Büros von Femen: Er verlor mehrere Zähle, erlitt einen Kieferbruch und mehrere Kopfverletzungen.

FEMEN ist der Meinung dass die Angreifer aus den Geheimdiensten der Ukraine, Russland oder Weißrussland. Man will der Feministinnen-Bewegung damit klarmachen, dass mit Putin nicht zu spaßen ist und die Mitgliederinnen davon absehen sollen, beim kommenden Besuch des russischen Präsidenten antiputinsche Aktion zu veranstalten.